Ein verirrtes Wilschwein

In Dillingen hat ein Wildschwein die Damen in einem Modegeschäft erschreckt. Sie flüchteten sich auf den Kassentisch, und warteten auf die alarmierte Polizei. Die war schon durch mehrere Anrufe dem Tier auf der Spur. Es hatte auf seinem Weg durch die Innenstadt schon eine Menge Leute zum Handy greifen lassen.

Bevor es im Modegeschäft auftauchte, hatte das Wildschwein sich in der örtlichen Apotheke umgesehen. Dabei verletzte es sich an einer Schiebetür, rannte in seiner Panik aber weiter und rempelte dann ein parkendes Auto an.

Die Polizisten schätzten die Situation als gefährlich ein, und erlegten das Tier mit zwei Schüssen. Fachleute, die es begutachteten, stellten fest, dass es sich um eine Bache handelte, die Junge säugte. Die Kleinen werden ohne das Muttertier wohl nicht überleben, da auch niemand weiß wo sie zu finden sind.

Solche Zusammentreffen mit Wildschweinen passieren in letzter Zeit öfter: Im Donauries kollidierte ein Tier mit einem Zug. Das war natürlich sein Ende. Im Oberallgäu griff eine Sau eine Skifahrerin an, und verletzte sie am Bein. Die herbei gerufenen Jäger verfolgten die Spur und erlegten das Tier. Einen solchen Vorfall habe es im Skigebiet noch nie gegeben, beeilten sich die örtlichen Bergbahn Betreiber zu vermelden.

Es ist nicht erstaunliche, dass sich die Begegnungen zwischen Menschen und Wildschweinen häufen. Durch den ausufernden Anbau von Mais finden die Tiere reichlich Futter und können sich in den Feldern gut verstecken.
Die Jäger auf ihren Ansitzen können sie schmatzen hören, haben aber Probleme, sie zu orten, geschweige denn mit einem Schuss zu treffen.
Ausflüge von Wildschweinen in Wohngebiete passieren meistens wenn sie erschreckt oder durch einen Hund aufgescheucht werden.

Eine ähnliche Situation beschreibt Robert Menasse in seinem Buch „Die Hauptstadt“. Da geht es allerdings um ein ganz normales Hausschwein, das sich in die Stadt verirrt hat. Tagelang irrt es durch Straßen, Parks und Friedhöfe, bis es irgendwann auf unerklärliche Weise verschwindet.


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