Pressestimmen zur gescheiterten Koalition

Das Ende der Jamaika Koalitionsverhandlungen in Berlin löst in Europa eine einhellige Resonanz der Enttäuschung und des Schocks aus.
Besonders Frankreich sieht mit Sorge diese Entwicklung. Macron und Angela Merkel sind die Zugpferde für einen neuen Start in Europa.
Le Monde schreibt dazu: „Deutschland ist gerade in eine Krise gestürzt und ganz Europa wird darunter leiden.
Deutschland ist nicht nur die größte Volkswirtschaft der EU, es ist auch der Stabilitätspol der Union und der notwendige Partner Frankreichs im gesamten europäischen Projekt.“
Und die österreichische Zeitung Der Standard schreibt: „Für Angela Merkel ist das Scheitern eine schwere Niederlage.
Es zeigt ganz deutlich, dass sie nicht mehr die Kraft und Autorität hat, eine Regierung für Deutschland zu bilden.
Während der Verhandlungen schon wirkte sie wie eine Moderatorin, aber nicht wie die gestaltende Kraft. Über weite Strecken wurde die Debatte von den Grünen und der CSU dominiert, die in vielen Punkten weit auseinander lagen.“

Die Beteiligten der Koalitionsgespräche waren alle überrascht und schockiert, als die FDP Leute plötzlich zu ihren Mänteln griffen und den Raum verließen.

Entwicklungsminister Müller antwortet auf die Frage der Presse, ob er den Abbruch der Gespräche für einen kalkulierten Eklat halte: „Einiges spricht dafür. Sachlich gab es aus der Sicht der anderen Teilnehmer keinen Anlass. Also war das Ausscheiden wohl gewollt und geplant.“

Die FDP mault aber, dass die Grünen von der Kanzlerin viel Aufmerksamkeit und Zugeständnisse bekommen hätten, und man seine Partei wie schon in der Koalition 2009 am langen Arm verhungern ließe.

„Es hätte eine Regierung entstehen können, die weite Teile der Gesellschaft abbildet, für Versöhnung steht und alte Verkrustungen aufbricht“ so der CSU Minister Müller.

Häme zu dem Scheitern der Verhandlungen kommt aus der Türkei. Erdogans Zeitung Yeni Safak spricht von einer Schlappe der Kanzlerin. Andere Stimmen aus dem Land bedauern dies: Mit einer neuen Bundesregierung hätte es eine Atmosphäre des Dialoges gegeben, die nun fehlt!


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