„Über Grenzen denken,“ ein Buch von Nida-Rümelin

Mit einer kontroversen Meinung zu der Flüchtlingssituation meldet sich der ehemalige Kulturstaatsminister (unter Gerhard Schröder) Nida-Rümelin zu Wort. Der Sozial- und Politikwissenschaftler ist gegen offene Grenzen.

In seinem Buch „Über Grenzen denken“ argumentiert er, dass wir den Flüchtlingen nicht damit helfen, sie bei uns aufzunehmen.
Er ist dafür, die Bürgerkriegsflüchtlinge nur so lange zu schützen, bis die Unruhen in ihrem Land beendet sind. Selbst das Geld, das sie hier bekommen, was etwa das Vierfache ihres Einkommens in ihrer Heimat darstellt, wiegt nicht den Verlust an Heimat, Freunden und Familie auf. (Das ist das Ergebnis einer Studie in Australien und Neuseeland.)
Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, sind außerdem nicht die wirklich Armen und Hungernden. Es sei die Mittelschicht, die 7000 Dollar für die Fluchthelfer aufbringen kann, die bei uns an die Tür klopft.
Nida-Rümelin nennt sich „Kosmopolitist“, und meint, es gäbe ein Recht auf Auswanderung aber nicht auf Einwanderung. Die meisten seiner wissenschaftlichen Kollegen sind für offene Grenzen- in sofern schwimmt er gegen den Strom!
Doch auch er sieht, dass es mehr Gerechtigkeit auf der Welt geben muss. 800 Millionen Menschen leiden unter chronischer Unterernährung. Allein die landwirtschaftliche Produktion der USA würde ausreichen, um den Bedarf zu decken. Nach Aussage der Weltbank könnte mit 30 bis 40 Milliarden Dollar der Hunger in der Welt beendet werden.

„Wir brauchen eine andere Kooperation zugunsten einer fairen Welt“ ist seine Aussage. Er sieht das wahre Elend im Ungleichgewicht zwischen den Industrienationen und den Entwicklungsländern.

Das evangelische Forum und der Studiengang „Ethik der Textkulturen“ der Uni Augsburg hatte den Autor zu einem Vortrag eingeladen.


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