Gerhard Schröder interveniert: Geiseln aus türkischer Haft entlassen

Als „Möchte-gern-Sultan wird Erdogan von einigen Medien bezeichnet. Die Ereignisse um die Haft Entlassung des Menschenrechtlers Peter Steudtler zeigen, welche Willkür in der Türkei herrscht.
Bis zum Besuch Gerhard Schröders und dessen Gespräch mit dem türkischen Machthaber hieß es, die Gerichte haben über den Fall zu entscheiden. Doch nach dem Besuch des Altkanzlers in Ankara wurde Steudtner nach 100 Tagen unbegründeter Inhaftierung überraschend frei gelassen und mit ihm sieben weitere Menschenrechtler.

Schröders Büro war nicht bereit, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. Offensichtlich möchte der ehemalige Kanzler seinen Erfolg nicht an die große Glocke hängen, vielleicht um mögliche weitere Freilassungen nicht zu gefährden.
Aus seiner Zeit als deutscher Kanzler besteht zwischen beiden Politikern noch eine gute Verbindung. Erdogan bezeichnet den Deutschen als „Freund der Türkei“.

Vielleicht spielen im Hintergrund auch das gute Verhältnis Schröders zu Putin eine Rolle. Denn auch der türkische Präsident versucht gerade seine Beziehung zu Russland (nach dem Abschuss einer russischen Militärmaschine) wieder zu normalisieren.
Jedenfalls wurde durch die plötzliche Entlassung der Geiseln für alle Welt sichtbar, mit welcher Willkür Verhaftungen in der Türkei durch geführt werden. Dort wird nicht nach Recht und Gesetz entschieden. Das die Justiz politisch gelenkt wird, ist ganz offensichtlich. Leidtragende sind nicht nur deutsche Geiseln, sondern auch die Staatsdiener die aus dem Justiz Sicherheitsdienst entfernt wurden. Auch aus Schulen, Universitäten und Medien wurden viele Menschen inhaftiert.

Noch immer ist der WELT- Journalist Deniz Yücel und die Übersetzerin Mesale Tolu hinter Gittern.
Von einer „Normalisierung“ der deutsch-türkischen Beziehungen, wie Sigmar Gabriel es formuliert, sind wir also noch weit entfernt.
Besorgnis erregend ist auch die Spaltung der in Deutschland lebenden Bürger türkischer Abstammung. Durch ihre Reihen geht ein Riss: Pro Erdogan oder Anti Erdogan ist die Devise.
Das tut unserem Land nicht gut!


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