Das Insektensterben und Der stumme Frühling

Endlich ist das Thema auf den Titelseiten gelandet! Seit Jahren warnen Umweltschützer, Wissenschaftler und Vogelfreunde vor dem Verschwinden der Insekten. Als Folge davon verschwinden auch die Vögel, denn viele Jungvögel werden mit Insekten gefüttert.
Eine neue Studie belegt jetzt, wie berechtigt die Sorgen sind: in den letzten 30 Jahren ist die Anzahl der geflügelten Insekten um 70% zurück gegangen.
Das wird von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Wer empfindlich ist gegen Mücken- oder Wespenstiche, mag sich sogar freuen. Doch die Folgen für jeden von uns können gravierend werden; denn ohne Insekten werden Obstbäume nicht mehr bestäubt und tragen keine Früchte! Neben den Bienen erledigen diese Arbeit auch viele andere Insekten.
In Japan ist man in letzter Zeit schon dazu übergegangen, Obstbäume von Menschenhand zu bestäuben. Eine mühsame Arbeit!
Nach Meinung vieler Forscher ist die Schuld des Aussterbens der Insekten bei der industrialisierten Landwirtschaft zu suchen. Mais, Raps und Weizen werden mit einem hohen Einsatz an Chemie behandelt.
Die Ackerraine, die noch vor Jahren eine bunte Blumenwelt mit Futter für alle möglichen fliegenden Lebewesen boten, sind untergepflügt worden. An den bayerischen Gewässern wird kaum Abstand gelassen, wie in anderen Bundesländern vorgeschrieben. So gehen auch hier Bereiche für Insekten verloren. Die Naturschutzgebiete leiden unter den sie umgebenden landwirtschaftlichen Flächen und deren Chemie Einsatz.Selbst hier macht das Artensterben nicht Halt.
Ein weiteres Problem sind die vielen Lichtquellen in den Städten und Gemeinden. Sie locken Insekten an, die sich verbrennen und sterben.
Die Umweltschutzverbände fordern eine Senkung des Pestizid Einsatzes in der Landwirtschaft sowie ein Verbot hoch giftiger Insektizide.
Der Biologie Professor Peter Berthold hält es für notwendig, die Gifte aus der industrialisierten Landwirtschaft sofort heraus zu nehmen. Der Bauernverband dagegen will mehr Studien. Die Brisanz der Lage scheint da noch nicht angekommen zu sein.
Eine etwas hilflose Aktion ist das Projekt „eh-da“. Bundesweit versucht man mit Hilfe von Naturschützern, Vereinen und Kommunen, Flächen die „eh-da“ sind, mit blühenden Pflanzen zu besäen. Aber das kann nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein.

Schon 1962 veröffentlichte die Schriftstellerin Rachel Carson ein Buch mit dem Titel „Der stumme Frühling“.
(The Silent Spring). Sie klärte darüber auf, wie der Einsatz von Chemikalien in die Nahrungskette gerät und sich in jedem von uns wiederfindet. Das Problem ist inzwischen sehr viel akuter geworden!


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