Trinkwasser von den Fidschi Inseln und aus Südafrika

Wie dekadent kann man denn noch werden? Das neueste Kultgetränk unter Teenagern`ist angeblich „Earth`s Finest Water“ (Das beste Wasser der Welt) aus dem Pazifikstaat Fidschi. Im KadeWe in Berlin kostet der halbe Liter 2,48 Euro. In teuren amerikanischen Hotels wird es für das zwanzig- oder dreißigfache serviert.

Aus einer Quelle in den Bergen der Insel Viti Levu kommt das Wasser. Viele Prominente haben schon Werbung dafür gemacht und sich mit dem Getränk fotografieren lassen; Lady Gaga, David Beckham und sogar Obama.
Auch in Filmen aus Hollywood erscheint die blaue Flasche mit der Hibiskus Blüte.
Der erste Investor war der Geschäftsmann David Gilmour, der es in den 90 ziger Jahren in Flaschen abfüllen ließ und unter dem Namen „Fiji Water“ vertrieb. Die Namensrechte zu bekommen war damals noch nicht problematisch. 2004 wurde die Firma dann für angeblich 50 Mill. an das Ehepaar Linda und Steward Resnick verkauft. 500 Angestellte gibt es inzwischen und damit ist die Firma der größte Arbeitgeber des Inselstaates.
Besuchen darf man sie allerdings nicht und über Umsatz und Gewinn gibt es keine Angaben. Von verschiedenen Seiten gab es auch schon Kritik, dass die Situation dort nicht so ok ist wie behauptet wird. – Vielleicht gibt es ja etwas zu verbergen?
Das angeblich „artesische Wasser“ war zwischen Gesteinsschichten eingeschlossen und hatte keinen Kontakt mit Luft oder Schadstoffen. Der hohe Preis entsteht durch die Transportkosten, so der Firmensprecher Mark Carmel.

Gewaltige Kritik kommt von Umweltschützern, die es unsinnig finden, Wasser um die halbe Welt zu transportieren, noch dazu in Plastikflaschen.
Wir haben in Europa ein reiches Angebot an gutem Wasser, argumentieren sie. Die meisten Wasserversorger machen auch den Kauf von Mineralwasser durch die hohe Qualität des Leitungswassers überflüssig. Wer umweltbewusst einkauft, wird auf Ware, die von weit her kommt, verzichten.

Aus Südafrika kommt auch Wasser in Flaschen abgefüllt. Mit Genehmigung der Regierung wird dort von der Firma Nestlé in der Nähe von Pretoria Wasser gefördert. In den umliegenden Dörfern gibt es keinen Brunnen. Wenn die Bewohner Trinkwasser brauchen, müssen sie es im Supermarkt kaufen. Unter dem Namen „Pure Life“ werden die Flaschen auch ins Ausland verschifft.
Unbegreiflich, wie die eigene Regierung sich so an ihrem Volk versündigen kann!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.