Die 68 ziger

Es ist 50 Jahre her, dass eine Protestbewegung Deutschland veränderte.
Die Nachkriegsjahre, in denen das zerstörte Land mühsam wieder aufgebaut wurde, hatten keine Zeit gelassen zum Reflektieren.In vielen Bereichen wurden Männer wieder eingesetzt, die auch vor und während des Krieges in der Verwaltung, der Politik, an den Universitäten und als Richter gearbeitet hatten. Die Gesellschaft war erstarrt.
Strenge Väter, aus dem brutalen Krieg heimgekehrt, regierten in den Familien

Schon Anfang der sechziger Jahre begannen die Proteste an den Unis. Anfänglich gab es Erstaunen und Ablehnung in der Öffentlichkeit. Doch je länger die Proteste gegen das „Establishment“ dauerten, desto mehr Studenten schlossen sich ihnen an. Der Frust über die konservativen Positionen der Politiker befeuerte sie.

Mit den Stimmen der großen Koalition waren die Notstandsgesetze beschlossen worden. Mit diesem Instrument kann der Staat die bürgerlichen Grundrechte einschränken. Das erboste die Jugend noch mehr. Es gab Demonstrationen und heftige Diskussionen. Bei einer diese Demos wurde Rudi Dutschke, Wortführer der linken Studentenbewegung in Berlin, angeschossen. Das war ein Auslöser für heftige Proteste, die sich vor allem gegen die Springer Presse richteten.
(Dutschkes Frau Gretl hat eine viel beachtete Biographie über die 60 ziger Jahre und ihre Bedeutung für die heutige Zeit geschrieben. Titel: „Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben“)

Schriftsteller und Philosophen befassten sich mit dem Phänomen der Jugend. Th.W. Adorno, Herbert Marcuse, Jürgen Habermas und Margarete Mitscherlich auf der Seite der Philosophen und Max Frisch, Siegfried Lenz, Heinrich Böll und
Günter Grass bei den Schriftstellern.
Es ging ihnen, wie den Studenten, um die Befreiung von Abhängigkeiten.

Einer der wichtigsten Wortführer der Studentenbewegung in Deutschland und in Frankreich war Daniel Cohn-Bendit. Der „rote Dany“ oder „Dany le Rouge“, wie sein Spitzname war, wurde durch seine pointierten Reden international bekannt. Als Kind deutsch-jüdischer Eltern, wurde er in Frankreich geboren, und war auch in der Frankfurter Sponti-Szene zusammen mit Joshka Fischer einer der führenden Köpfe. Später vertrat er 20 Jahre lang die Grünen im Europaparlament.

Doch aus dieser Studentenbewegung entstand auch die RAF, die sich nicht mit Diskussionen zufrieden geben wollte.
Ihre Verteidiger Otto Schily und Christian Ströbele versuchten viele Jahre auf politischer Ebene Veränderungen herbei zu führen.


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