Hochwasserschutz

Ortschaften, die an Flüssen liegen, müssen sich zunehmend mit dem Schutz vor Hochwasser befassen. Die Klimabedingungen haben sich enorm verändert und starke Regenfälle treten öfter auf. Dazu kommt, dass leider in vielen Gemeinden die Überschwemmungsgebiete entlang der Flüsse bebaut wurden. So gibt es keine Ausweichmöglichkeiten für das Wasser. Da sind dann Feuerwehren und freiwillige Helfer gefordert, um Keller leer zu pumpen und Menschen zu evakuieren. Doch häufig reicht das nicht mehr aus. Bauliche Maßnahmen werden erforderlich.
Fast jede dieser Anrainer Gemeinden hat inzwischen einen Flutgraben, der das überschüssige Regenwasser um bewohnte Gebiete herumleitet und erst an einem späteren Punkt dem Hauptgewässer wieder zuführt. Gewässerschutz ist inzwischen ein großer Kostenpunkt im bayerischen Haushalt und auch bei den Städten und Gemeinden.
München hat sich entschieden, der Isar mehr Raum zu geben. Auch Augsburg ist mit der Wertach so verfahren. Das schützt vor Überschwemmungen und hat den Freizeitwert der Flüsse wunderbar verbessert. Für den Lech werden ähnliche Pläne entwickelt.

Im Wittelsbacher Land, das an den Landkreis Dachau angrenzt,ist gerade der Abschluss des großen Schutz Projektes in Aichach feierlich eröffnet worden. Beide Kirchen waren vertreten und segneten die neue Anlage.
Über 20 Jahre hat es gedauert von den ersten Plänen bis zur abschließenden Realisierung. Kostenfaktor: 9,8 Mill€, wovon die Stadt 36% schulterte. Tatkräftige Unterstützung kam über all die Jahre vom Wasserwirtschaftsamt. Auslösendes Moment für den Plan waren die Hochwasser von 1994 und 1999, die die Stadt hart trafen.
Das Herzstück des Projektes ist technischer Art: Ein Schlauchwehr an der örtlichen Kunstmühle hat die Aufgabe, bei Hochwasser durch Absenkung das Wasser umzuleiten.

Jetzt sind die Baumaßnahmen fast abgeschlossen bis auf einige Restarbeiten. Das Schöne am Projekt ist, dass es nicht nur um den Schutz vor Hochwasser ging, sondern begleitend ein Grünzug geschaffen wurde, der den Fluss erlebbar macht. Kleine Wasserfälle und Fischtreppen sorgen für Sauerstoff und Leben im Fluss.
Für die Kinder wurde der Spielplatz „Biberburg“ angelegt, den sie mitgestalten durften. Umgeben ist er von Kleingärten, dem Fluss Paar und dem Flutgraben. Aufgestellte Kunstwerke, sowie Sitz- und Liegemöglichkeiten schaffen eine heimelige Atmosphäre. Geräte für Sportler sind ebenfalls vorhanden.

Damit die Bevölkerung über all diese Maßnahmen gut informiert ist, wurden große Schautafeln aufgestellt, die auf Grafiken und Fotos das Projekt erklären.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.