Gestern begann der Ramadan und mit ihm reiste das Morgenland-Geld aus München ab.

Gestern begann der Ramadan und mit ihm reiste das Morgenland-Geld aus München ab.

600,00 bis 1.000,00 Euro pro Tag geben unsere Gäste aus dem Morgenland im Schnitt beim Shoppen hier in München aus. Da ist noch nicht das Hotel und die Gastronomie inbegriffen. Seit dem 11. September 2001, als Araber und Muslime weltweit unter Generalverdacht gestellt wurden, hat sich die Zahl der »arabischen Nächte« (Übernachtungen von arabischen Touristen in der bayerischen Landeshauptstadt) verdreifacht. 2010 werden es bereits rund 80.000 Gäste und 300.000 Übernachtungen sein. Kurzum, für die Stadt München eine Art Probelauf für das Stadtsäckle vor dem nächsten Highlight Oktoberfest. Während andere Städte in Europa gerade dabei sind, die Burka zu verbieten und überhaupt den Islam zu verteufeln, heißt München „seine“ Araber herzlich willkommen, es bereitet sich in einigen Nobelhotels, in denen meist ganze Etagen gemietet werden, mit Suitumbauten in Prinzenpalais à la 1001 Nacht auf die großzügigen Touristen vor und bietet ihnen ein Stück Heimat. Die danken es, indem sie München für einen Moment im August zu ihrer 2. Heimat machen.

Auch in unseren Kliniken und Krankenhäusern, von denen derzeit aus hygienischen Gründen einige doch sehr angeschlagen sind, sollte der Geldsegen ein wenig die Wunden geheilt haben, denn während sich das Familienoberhaupt häufig in einer der Münchner Kliniken behandeln lässt, geht der Rest der Truppe shoppen. Und bezahlt wird in diesem Falle sicherlich nicht mit der Krankenversicherungskarte nach GÖÄ. Manche Klinik hat bereits eigene Luxusabteilungen für Patienten eingerichtet, die sich in anderen Ländern, beispielsweise in den USA, nicht mehr so recht wohlfühlen.

Last but not least werden unsere muslimischen Gäste niemals mit einem Eimer Sangria, grölend, torkelnd oder randalierend auffallen, Ballermann bleibt denen überlassen, die ohnehin im August dort weilen. Im Islam herrscht schließlich ein strenges Alkoholverbot, an das sich, soweit ich sehen kann, im Freien zumindest wirklich jeder hält. Was hinter den geschlossenen Hotelzimmertüren vor sich geht, geht uns ja wirklich nichts an.

Und je ungastlicher sich der Rest der Welt gegenüber Touristen jeglicher Herkunft zeigt, umso lieber kommen die Touristen nach München, in die Weltstadt mit Herz. Ausgenommen ist und bleibt die rechte Szene.


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