Geschichten und Lieder aus Kuba

Von den spanischen Liedern, die die meisten von uns kennen, ist „Guantanamera“ wohl eines der bekanntesten. Doch
nur wenige wissen etwas über die Geschichte und den Autor dieses Liedes. Der Dichter des Textes, José Marti, war im 19. Jahrhundert ein kubanischer Freiheitskämpfer.

Schon als 17 Jähriger wurde er von dem spanischen Gouverneur wegen seiner revolutionären Umtriebe ins Exil geschickt. Er entwickelte sich zu einem der größten Schriftsteller der spanischen Sprache. Aber sein wichigstes Verdienst war, dass er den unterdrückten Menschen Kubas eine politische Dimension aufzeigte. Er gründete die Kubanische Revolutions Partei. Heute reklamieren die Kommunisten und deren Gegner ihn als ihren geistigen Anführer. Er wird bewundert und idealisiert. Die UNESCO hat einen internationalen Preis ausgeschrieben, der alle zwei Jahre an Menschen vergeben wird, die Martis Geist und Ideale fördern. Viele Schulen auch in Florida, wo er lange im Exil lebte, tragen seinen Namen.

Zur Zeit seiner Geburt, 1853 war Kuba neben Puerto Rico die einzige verbliebene spanische Kolonie, die nach den Revolutionen in Südamerika noch unter spanischer Herrschaft stand. Viele Sklaven arbeiteten in den Zuckerrohrfeldern. Wirtschaftliche, soziale und politische Probleme erschütterten die Insel. Die regierende Klasse bestand ausschließlich aus Spaniern. Darunter gruppierten sich die sozialen Klassen der Kreolen und weiter unten Einheimische und dann die Sklaven.

Es waren unruhige Zeiten. Alle wollten Reformen, aber es gab keine genauen Vorstellungen darüber, wie jeder dabei sein eigenes Süppchen kochen könnte. Immer wieder starteten die Exil Kubaner von Florida aus Angriffe mit Booten und Waffen, um die Spanier von der Insel zu vertreiben. Sie wurden aber jedes Mal vom spanischen Militär ohne große Schwierigkeiten abgewehrt. Auch amerikanische Präsidenten machten sich Hoffnungen, Kuba besetzen zu können.

Die Unterdrückung der Sklaven bewegte José schon in jungen Jahren zu Gedichten, die seiner Erschütterung Ausdruck gaben. So war es logisch, dass er sich während des 10 Jahre dauernden Befreiungskrieges Ende des 19. Jahrhunderts engagierte, vor allem journalistisch. Zusammen mit einem Freund veröffentlichte er eine Zeitschrift mit revolutionärem Gedankengut. Das hatte schließlich zur Folge, dass er zu Zwangsarbeit in einem berüchtigten Steinbruch verurteilt wurde. Durch die brutale Arbeit erlitt er schwere Schäden, die ihn ein Leben lang begleiten sollten. Mit Hilfe von politischen Freunden gelang es, ihn nach Spanien zu schicken, wo er sich langsam erholte und ein Studium begann. Aber er war nicht gebrochen: jetzt begann sein Weg als Rebell erst richtig! Bis zu seinem Tod war er von seiner Aufgabe überzeugt, für die Befreiung seiner Heimat arbeiten zu müssen.

Und das findet auch Ausdruck in seinem letzen Gedicht „Guantanamera“. Er beschreibt seine Liebe zu seiner Heimat, indem er eine Bäuerin aus Guantanamo anspricht. Kurz darauf wurde er bei einem Aufstand von spanischen Militärs erschossen. Sein Gedicht wurde später von kubanischen Musikern vertont.
Er lebt weiter in den Herzen der Kubaner!


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