30 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl

Anfang Mai 1986 lud eine Wolke ihren Inhalt über Bayern ab. Der Regen war durch die Explosion um ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl radioaktiv verseucht.
Viele von uns erinnern sich, wie ratlos wir alle waren. Darf man den Salat aus dem Garten essen, dürfen die Kinder im Sandkasten spielen? Frische Milch war tabu. Alle stiegen um auf H-Milch. Die offiziellen Stellen gaben keine oder unklare Auskunft. Die Menschen im Umkreis des havarierten Kraftwerks wurden genau so wenig informiert, in welcher Gefahr sie sich befanden. Viele der Arbeiter, die eingesetzt wurden, um die Katastrophe einzudämmen, wurden verstrahlt und starben frühzeitig. Kinder die Jahre später zur Welt kamen, erkrankten an Schilddrüsenkrebs oder Leukemie.
Eine Reihe von Initiativen setzen sich für diese Kinder ein und kümmert sich um Medikamente und ärztliche Versorgung in Deutschland. Regelmäßig kommen Kinder aus der Umgebung Tschernobyls nach Bayern, um hier ihre Ferien zu verbringen. Sie finden Aufnahme in Familien, wo sie für kurze Zeit der tristen Umgebung ihres zu Hauses entfliehen können.
Obwohl im Umkreis von 30 km des zerstörten AKWs niemand wohnen darf, wollen eine Anzahl von älteren Menschen ihre Heimat nicht verlassen. Es sind fast alles Frauen über 70. Ihre Männer, die an Aufräumungsarbeiten beteiligt waren sind alle verstorben.
Zur Zeit wird eine Schutzhülle aus Stahl gebaut, die Ende 2017 fertig sein soll. Deutschland beteiligt sich mit 300 Mill. Euro an den Kosten. 100 Jahre wird dieser Sarkophag voraussichtlich halten. Aber dann haben die radioaktiven Strahlungen noch lange nicht aufgehört. – Wildschweine, die bei uns geschossen werden sind zum Teil so hoch belastet, dass sie als Sondermüll entsorgt werden müssen. 30 Jahre nach dem Unglück ist erst die Hälfte des Cäsiums abgebaut.


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