Kindheit in der Nachkriegszeit

In den Jahren nach dem Krieg lebte ich direkt an der Elbe zwischen Blankenese und Rissen.Da ich eingeschult werden sollte,und alle Schulen zerstört waren,  musste ich über 4 km zu  einer provisorischen Baracke laufen. Der Weg führte zum großen Teil an der Elbe entlang. Da gab es immer etwas Spannendes zu sehen, Paddelboote aus zu probieren oder Werftarbeiter  zu beobachten.     Am Strand fand man immer etwas Brauchbares, vor allem Holz zum Heizen oder große Ölklumpen die den Ofen zum Glühen brachten. Damals dachte kaum jemand an Umweltschutz, die Schiffe ließen ihr Öl einfach in den Fluss ab.                                                                                                                                           Eine unserer Lieblings Beschäftigungen war es, mit dem Fernglas die Schiffe zu beobachten und heraus zu finden welche Heimat  Flagge sie führten.Das wurde dann mit den Abbildungen im Lexikon verglichen. Damals gab es noch nicht die Billigflaggen, die heute an den Schiffen geführt werden. Und es gab nicht diese großen Containerschiffe, die wie ein Wohnblock  durch die Fahrrinne ziehen.

Aber es gab auch zum Teil unangenehme und gefährliche Begegnungen. Aus den Gefängnissen und Lagern waren ja nicht nur politische Gefangene entlassen worden, sondern auch Kriminelle und Exibitionisten.  (Auch Menschen, die mit dieser schwierigen Zeit  nicht mehr fertig wurden, nahmen sich in der Elbe das Leben)

Für die Erwachsenen war es eine ständige Sorge, ob die Kinder unbeschadet heim kommen würden. Abholen war wegen des unterschiedlichen Schulbeginns und mehrerer Kinder nicht möglich. Und die Erwachsenen hatten mit sich selber zu tun. Als gelernter Banker arbeitete mein Vater, als er 1947 aus der Gefangenschaft entlassen wurde als Maurer. Beide Eltern legten einen großen Gemüsegarten an und verkauften die Ware an Hotels und Restaurants                                                                                           Erst langsam ging es dann in den 50 ziger Jahren bergauf mit dem beginnenden Wirtschaftswunder.


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