Wal-Kotze in teuren Parfums

Wal-Kotze in teuren Parfums

Seit ein Brite dank seiner Boxerhündin einen riesen Brocken getrockneter Wal-Kotze gefunden hat, weiß ich nun endlich auch, dass diese Ingredienz sehr wertvoll ist, insbesondere für die teuren Edel-Parfums. Amber. Hab‘ bei meinen Parfums gleich mal nachgeschaut, und siehe da! Wal-Kotze! Kreisch.

Für den Finder des stinkenden Klumpens freut es mich, der kann auf richtig viel Geld hoffen, das er als Arbeitsloser in England mehr als nötig gebrauchen kann. Im Verdauungstrakt von Pottwalen entsteht die Substanz, die äußerst selten vorkommt und daher hoch gehandelt wird. Naja, wer findet schon mal Wal-Kotze oder wann kotzen Wale eigentlich? Ein spezieller holziger Duft entwickelt sich, wenn das Erbrochene im Meer landet. Moschusartig.

Ein Pärchen in Australien hat einen ähnlichen Fund gemacht und für ihren „Kotzbrocken“-Fund 200.000 Euro bekommen. Seit dem 15. Jahrhundert wird Amber für teure Parfums  gehandelt. Also, da gehe ich im 15. Jahrhundert an den Strand, finde stinkende Wal-Kotze und verarbeite diese zu Parfum. Die Karriereleiter von Kotze werde ich nie verstehen. Wer kommt auf solche Ideen? Patrick Süskind kann’s nicht gewesen sein, der kam viel später auf noch abwegigere Ideen.

Aber nach Blattläusen in Lippenstiften, Sägespänen zur Geschmacksverstärkung in Yoghurts und analogem Käse möchte ich nach diesem Wal-Kotze-Outing lieber nicht mehr wissen, was ich so alles an mich und in mich bringe. Wer schön sein will muss leiden!

 

 

Kommentare

Wal-Kotze in teuren Parfums — 1 Kommentar

  1. Ich habe eben den bericht dazu gesehen. Das ist ja einfach nur genial. Bernsteine am Strand sammeln war gestern. Jetzt wird mein Hauptaugenmerk auf die wesentlichen Dinge, also Wal Erbrochenes, gelegt. Wenn man sich mal den klumpen im „Video“ anschaut, würde man nie auf die Idee kommen, dass es sich hierbei um so etwas handelt.

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