Glasfaser verlegen in Eigenregie

.Die Gemeinde Halsbach im Landkreis Altötting hat jetzt zur Selbsthilfe gegriffen. Sie wollte nicht länger darauf  warten, dass die zuständigen Stellen sie mit schnellem Internet versorgen.

Die Gemeinde besteht aus 67 Weilern, mit jeweils wenigen Häusern. Dazwischen sind die Wege weit. Es war klar, dass die Verlegung der Kabel und der Anschluss ans Internet teuer werden würde. Darum setzte sich der Bürgermeister massiv dafür ein, den Anschluss in Eigenregie zu machen.

Vor 5 Jahren wurde Martin Poschner an die Spitze des 950 Einwohner zählenden Ortes gewählt. Ihm war klar, dass es für die Gemeinde zu teuer werden würde, die Haushalte ans Internet anzuschließen. Darum überzeugte er seine Mitbürger davon, selber aktiv zu werden.                  Alle Bewohner legten mit Hand an. Die Kabel wurden über Wiesen und Äcker verlegt. Ein Spezialgerät pflügte  die notwendigen Strecken ohne Umwege von einem Gehöft zum anderen.. Bis zu zwei Kilometer schaffte das Gerät  am Tag. Ein 7 cm breiter Schlitz mit 1 m Tiefe war notwendig.Schnelles Internet mit mindestens 100 Mbit/s pro Sekunde gibt es nun in Halsbach!

Der Netzausbau von Bund und Land läuft angeblich gut. Zwei Drittel aller Haushalte haben schon einen Mbit/s Anschluss. Zwölf Millionen hat der Bund dafür eingeplant und Bayern auch noch 1,5 Millionen.                                                                                                                                     Aus Von anderen Gemeinden, sogar aus Hessen, kamen Anfragen nach Halsbach. Immer mehr Bürger wollen nicht endlos auf ihren  Anschluss warten.                                                                                  900 000 Euro bekam die Gemeinde Halsbach vom Freistaat und 220 000 Euro mussten selber dazugesteuert werden. – Die Offerten der großen Anbieter beliefen sich auf 4,6 Millionen Euro. „Das konnten wir nicht leisten,“ so Bürgermeister Poschner.                                                              Man gründete eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des Elektroingenieurs Gottfried Schneiderbauer. Monate lang wurde herumgetüftelt.. Damit keine teuren Straßenreparaturen  notwendig wurden, verlegte man die Kabel neben der Strasse.                                                     Einige Bauern wollten  der Verlegung auf ihrem Grundstück nicht zustimmen, und verweigerten ihre Unterschrift. Der Bürgermeister fuhr von einem Hof zum anderen und führte Gespräche mit ihnen bis alle mitmachten. Die Abmachung war: keine Entschädigung, .aber ein kostenloser Anschluss bis ans Haus!

In Halsbach will man sich nicht auf dieser Erfolgsgeschichte ausruhen. Das nächst Projekt ist schon in Planung; Das Mobilfunknetz muss verbessert werden!


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