Jean Ziegler und die „Fridays for Future“ Kids

Der französische Schriftsteller Jean Ziegler führt seit Jahren Gespräche mit seinen Enkeln. Er ist beeindruckt von ihren Fragen. Sie wollen zum Beispiel wissen, warum Kinder an Hunger sterben müssen. Sie haben im Fernsehen Bilder vom  Süd-Sudan und Jemen gesehen, und sie sind schockiert über deren Armut und Not.

Was antwortet er auf ihre Fragen?  Der Kapitalismus sorgt für Ungerechtigkeit und Armut. Auch er weiß, dass im UN-Welternährungsbericht steht: Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren. Aber die Weltlandwirtschaft könnte zwölf Milliarden Menschen ernähren, wenn alles gerecht verteilt wäre!

„Hunger ist von Menschen gemacht, und könnte morgen aus der Welt geschafft werden“ sagt Ziegler. „Nur der Zufall meiner Geburt schützt meine Enkelkinder.“ Die Kinder können es ebenso wenig akzeptieren wie er, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Ein Prozent der Menschen weltweit besitzt 99 Prozent des Vermögens. Wie soll man das Kindern begreiflich machen? Seine älteren Enkelkinder beteiligen sich aktiv an den Demos „Fridays for Future“. Sie wollen endlich Taten gegen den Klimawandel sehen.

Jean Ziegler schreibt in seinem Buch „Was ist so schlimm am Kapitalismus“, dass die Jugend ein starkes Interesse an moralischen Grundfragen hat. Die jungen Menschen haben erkannt, dass Rassismus und Naturzerstörung ihnen die Zukunft raubt. – Sie sind  nicht interessiert an organisierter Politik und kümmern sich nicht um die Meinung der Schule zu ihrem Fernbleiben vom Unterricht.

Ziegler will mit seinem Buch dazu beitragen, dass sich etwas in der Welt grundlegend verändert. Er will damit wachrütteln; es soll eine Waffe in der Hand der jungen Menschen sein!              Schon Che Guevara sagte:“Auch die stärksten Mauern fallen durch Risse!“

Jean Ziegler fühlt sich verpflichtet, als privilegierter Mensch etwas für Freiheit und Demokratie zu tun. Darum arbeitete er von 2000 bis 2008 als Sonderberichterstatter für die UN und ist ständiger Gastprofessor an der Sorbonne/Paris. Nach wie vor ist er Mitglied im Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats.


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