Das Zugunglück in Aichach

Im Frühling letzten Jahres passierte am Aichacher Bahnhof ein schweres Zugunglück. Ein Personenzug, der aus Augsburg kam, raste fast ungebremst in einen stehenden Güterzug. Der Zugführer, der noch versucht hatte eine Notbremsung durchzuführen, und eine 73 jährige Frau starben bei dem Aufprall. 13 Fahrgäste wurden verletzt.

Sofort machten sich die Menschen der umliegenden Häuser auf, um zu helfen. Sie öffneten ihre Garagen um die Verletzten zu lagern und  leisteten erste Hilfe. Sanitäter, Feuerwehrleute und Notärzte mit Hubschraubern waren im Einsatz. Der Bürgermeister und Kommunalpolitiker erschienen vor Ort.

Wie konnte das Unglück passieren? Als schuldig machte man den 24 jährigen Fahrdienstleiter aus. Seine Aufgabe wäre es gewesen, bevor er die Einfahrt für den Zug freigab, noch einmal hinzuschauen. Die sogenannte „Hinschauprüfung“. Dann hätte er die Hilfssperre aktivieren müssen, die den Zug zum Stehen gebracht hätte.

Jetzt kam es zur Gerichtsverhandlung vor dem Amtsgericht Augsburg. Die Überprüfung der Daten ergab, dass der Fahrdienstleiter weder unter Alkohol noch Drogeneinfluss stand und auch durch sein Handy nicht abgelenkt war. Es war ein menschlicher Fehler!

Der Staatsanwalt plädierte für eine 10 monatige Bewährungsstrafe, dem das Gericht Folge leistete. Die Begründung lautet, das der Fahrdienstleiter zwar einen Fehler beging, aber nicht durch arbeitsfremde Tätigkeiten abgelenkt war.

Wie fühlt sich nun der Sohn der 73 jährigen  Frau, die bei dem Unglück ums Leben kam? Er sagt, jeder macht mal einen Fehler. Aber er gibt der Bahn die Schuld an dem Unfall, denn längst hätte man die mechanischen Stellwerke umrüsten können.- Deutschlandweit wurde darüber diskutiert, dass die Bahn zu wenig für die Sicherheit ihrer Fahrgäste tut. -Auch der Verein „Pro Bahn“ fordert seit langem mehr Investitionen in diesem Bereich!

Das soll sich nun in den nächsten Monaten in Aichach und weiteren Bahnhöfen ändern; technische Verbesserungen sind geplant.


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