Flüchtlinge aus der Türkei

Seit dem Putsch in der Türkei 2016 fliehen immer mehr türkische Staatsbürger nach Deutschland. Professoren, Ärzte, Journalisten, Lehrer und ehemalige Unternehmer, denen es unmöglich gemacht wird zu arbeiten, kommen zu uns. In ihrer Heimat sahen sie sich und ihre Familien gefährdet.

Um einer Verhaftung und einem Gefängnisaufenthalt zu entgehen, packen sie heimlich die Koffer. Manche haben ein europäisches Visum andere müssen die Hilfe von Schleusern  nutzen.

Gerade hat ein türkisches Gericht einen Haftbefehl für den Journalisten Can Dündar erlassen. Man wirft ihm vor, bei den Protesten im Gezi Park 2013 aktiv gewesen zu sein.

In Augsburg ist ein Zentrum für türkische Flüchtlinge entstanden. Sie alle waren für das weltweite politisch-religiöse Bildungswerk der Gülen Bewegung tätig. Sogar Busfahrer, die die Kinder zu den Gülen Schulen fuhren, flüchten, um sich vor einer Inhaftierung zu schützen.

Bundesweit stehen der Gülen Bewegung etwa 3000 Unternehmen nahe. Es gibt unter diesem Titel Dialog Institute, Vereine, Schulen, Nachhilfe Zentren und Kindergärten.

Von kommunalen Verantwortlichen gibt es aber auch Bedenken. Sie fordern eine Offenlegung der lokalen und überregionalen Strukturen. Von Seiten der Bewegung wurde schon 2016 Transparenz versprochen.  Die fehlt aber vor allem bei den  „Lichthäusern“, deren Zahl nicht bekannt ist. Es gibt sie in jeder größeren deutschen Stadt.  Studentinnen und Studenten leben hier nach Geschlechtern getrennt. An Wochenenden werden Freizeitaktivitäten und Gesprächskreise für türkisch stämmige Kinder und Jugendliche angeboten.                                                                    Die Gülen PR Zentrale in Berlin sagt auf Anfrage, keine Zahlen zu diesen Zentren vorliegen zu haben.

Seit 2016 ist die Anerkennungsquote für türkische Asylanträge von 9,6  auf 31,8 Prozent gestiegen. Viele Familien warten sehnsüchtig auf eine positive Antwort des BAMF.

 


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