Die erfolgreichen Geschäfte der Heizungsableser

Besitzer von Eigentumswohnungen und Mieter werden jedes Jahr mit Abrechnungen konfrontiert, die laut Kartellamt nicht gerecht sind. Schon seit langem verlangt das Amt von der Bundesregierung Maßnahmen gegen die Marktmacht der Ableser von Wärme und Wasser zu ergreifen.

Das würde bedeuten, wenn es denn kommt, dass nicht jede Ablesefirma ihr eigenen Zählersystem nutzen darf, sondern, dass gemeinsame Standards durchgesetzt werden.Will ein Kunde zu einem anderen Ableser wechseln, ist es wegen der unterschiedlichen Systeme schwierig, und der Wechsel kostet auch viel Geld.

Wenige Mieter und Eigentümer wissen, dass es sich um ein sehr einträgliches Geschäft handelt. Man schätzt den Umsatz der fünf großen Anbieter auf 1,5 Milliarden € im Jahr. Zu Lasten der Verbraucher beherrschen fünf große Unternehmen den Markt. Das sei ein „wettbewerbsloses Oligapol“ argumentiert das Kartellamt.

Doch die Antwort aus dem Wirtschaftsministerium von Peter Altmaier hört sich ausweichend an: „Es werde geprüft, die Interoperabilität von Zählern in der anstehenden Novelle des Energiesparrechts für Gebäude zu verankern.“ Das würde bedeuten, wenn es denn kommt, dass nicht jede Ablesefirma ihr eigenes System nutzen darf, sondern dass gemeinsame Standards durchgesetzt werden.

Die beiden größten Unternehmen, Ista mit Sitz in Essen und Techem aus Eschborn teilen sich 50 bis 60% des Geschäfts. Sie seien mehr Wert als Opel, stellt die bayerische SPD Landtags Abgeordnete Inge Aures fest. Denn Ista wurde für 4,5 Milliarden Euro an den Hongkonger Multimilliardär Li Ka-Shing verkauft und für Techem zahlten Schweizer Investoren 4,6 Milliarden Euro.

Die Kartellwächter fordern größere Transparenz; vor allem eine bessere Information der Verbraucher, eine Vereinheitlichung von Eichfristen und Nutzungsdauer der Geräte. Damit wäre ein Wechsel erleichtert. Im Zeitalter von „Smart Home“ ist es auch nicht einzusehen, dass ein Mitarbeiter durch die Wohnung geistern muss, um die Daten einzusammeln.

Bis Ende 2019 werden die Abrechnungen für diese Jahr vorliegen. Dann wird sich zeigen, ob die neuen Investoren die Preise anheben um ihre Ausgaben profitabel zu machen.

In der Zwischenzeit sind Verbraucher gut beraten, wenn sie Thermostate an ihren Heizkörpern modernisieren. Elektronische Regler können die Heizkosten deutlich senken. Die programmierbaren Geräte können auch von Heimwerkern leicht selbst eingebaut werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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