Kofi Annan, der frühere Generalsekretär der UN ist verstorben

Kofi Annan, einer der herausragenden Generalsekretäre der UN ist verstorben.

Er wurde von vielen als eine Lichtgestalt betrachtet, dem man zutraute, große Veränderungen in der Welt zu bewirken. Sein Charisma bewog den früheren US Botschafter Richard Holbrooke zu der Bezeichnung: „Rockstar der Diplomatie“, und der afghanische Staatschef Hamid Karsai bezeichnete ihn als „Präsidenten der Welt“!

Annan war der siebte Generalsekretär der UN. Diese Aufgabe, die der „unmöglichste Job der Welt“ sei (so der 1. Generalsekretär Trygve Lie) erforderte viel Geduld und Diplomatie. Kofi Annan konzentrierte sich während seiner Amtszeit von 1997 bis 2006 darauf, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die ökonomische Entwicklung in der 3. Welt zu fördern. Dabei speisten die Regierungen ihn mit Versprechen ab, die sie dann nicht erfüllten. Seuchen sollten bekämpft und Bildungseinrichtungen geschaffen werden. Aber davon wurde wenig realisiert.

Annan bemühte sich das Gemetzel im Sudan zu verhindern und versuchte, im Irak Sadam Hussein zu überreden, die Waffeninspektoren ins Land zu lassen. Damit wäre vielleicht der dann folgende Krieg verhindert worden, der so viel Elend über die Region gebracht hat.

Vehement widersprach er George W. Bush bei dessen Kriegstreiben im Irak. Ohne UN Mandat sei dieser Krieg illegal, warf er ihm vor, und erhielt dafür weltweite Zustimmung!

Aber ein Trauma war für ihn die fehlende Reaktion der UN Blauhelme in Srebrenica, die 1995 nicht den Mord an 8000 Muslimen verhinderten.

Als Sohn eines Adligen wurde Kofi Annan 1938 im heutigen Ghana geboren. Topleistungen verlangte sein Vater immer von ihm. Kofi studierte in Genf und den USA. Seit 1960 arbeitete er bei der UN an verschiedenen globalen Brennpunkten. Durch den Einfluss der USA wurde er 1997 zum UN Generalsekretär ernannt. Sie erwarteten aber von ihm, dass er ihre Politik unterstütze. Doch bei deren Aktionen im Irak stellte er sich quer.

Mit 80 Jahren verstarb dieser aufrechte, beliebte Mensch nun nach kurzer Krankheit in seinem Wohnort in Genf. Nach wie vor wird dem Friedensnobelpreis Träger von 2001 eine grenzenlose Verehrung entgegen gebracht.


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