Zum 100. Geburtstag der Bayerischen Verfassung und dem Ende der Monarchie

1918 ging der erste Weltkrieg zu Ende. Fast jede Familie hatte einen Gefallenen zu beklagen. Die Versprechungen, die 1914 von den Regierenden gemacht worden waren, hatten sich nicht erfüllt. Im Winter 1916/17 verhungerten 700 000 Menschent. Das Volk war verbittert und enttäuscht. Es mussten neue Wege gefunden werden.

Kurt Eisner, ein Berliner Schriftsteller, der viele Mitstreiter hatte, schien diesen Weg aus dem Chaos zu wissen. Der Wunsch nach Veränderung beflügelte ihn und viele Bürger. Das führte zum Sturz des Königs.
Der Freistaat Bayern wurde ausgerufen. Es war eine Revolution ohne Blutvergießen!

Mit großem Idealismus machte man sich daran, eine Verfassung zu erarbeiten, die „Bamberger Verfassung“. Sie enthielt ein klares Bekenntnis zur repräsentativen Demokratie und trat im August 1919 in Kraft,.
Die Unabhängigkeit Bayerns gegenüber Preußen wurde damit gestärkt.

Aber das alles wurde brutal von Berliner Reichswehrtruppen und Freicorps niedergeschlagen. Nach diesem Zusammenbruch mussten über 1000 Meschen für ihre Überzeugung sterben. Bei der Einnahme von München wurde das Standrecht verhängt. Ohne Gerichtsverfahren wurden viele Arbeiter standrechtlich erschossen und 22 Mitglieder des Kolping Vereins wurden brutal hingerichtet.

Über diese dramatische Zeit hat Hans Well, der frühere Texter der Biermösl Blosn, ein Hörspiel geschrieben.

Ihm ist es wichtig, aufzuzeigen, was damals passiert ist, denn die Errungenschaften der Revolution wurden später tot geschwiegen. (Sie hatten z.B. den 8 Stunden Tag und das Frauen Wahlrecht eingeführt)

Mit einer großartigen Besetzung kann das Hörspiel aufwarten: Ernst Tolle, Gisela Schneeberger, Oscar Maria Graf, Victor Klemperer, Gisela Schneeberger, Johanna Bittenbinder, Heinz-Josef Braun, Bernhard Butz und dazu Lieder und Musikstücke von den Wellbappn.

Vielleicht ging damals alles zu schnell, meint Hans Well. Forderungen von Gustav Landauer, der für Bildung zuständig war, den lehrerzentrierten Unterricht abzuschaffen, gelang erst in den 80 er Jahren.

Es war eine Minderheit, die damals etwas Neues schaffen wollte. Sie sind kläglich gescheitert und haben mit ihrem Leben bezahlen müssen.


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