Sommer, Sonne und Grillen

Fast zwei Drittel aller Deutschen würden das unterschreiben. Grillen mit Familie, Nachbarn und Freunden gehört für viele zum Sommer dazu.

Doch es gibt einen Wermutstropfen beim Grillen mit Holzkohle. Die meiste Kohle, die im Handel erhältlich ist, besteht zum Teil aus Tropenholz.
Zwar behauptet die Holzkohlebranche, dass sie sich für Artenschutz und Waldwirtschaft einsetzt; Untersuchungen des WWF fanden aber heraus, dass nicht das Holz verwendet wird, welches auf der Verpackung angegeben wird. 40% von 20 getesteten Proben enthielten Tropenholz. Zum Teil steht sogar bei den Inhaltsangaben „kein Tropenholz“. Trotz Zertifizierung stimmten diese Angaben nicht.

So verfeuern Grillfreunde ahnungslos die schützenswerten Regenwälder. Das ist schockierend, denn die meisten von uns wissen, wie wichtig die Regenwälder für den Klimaschutz sind.

Darum fordert der WWF auf seiner Homepage, die Kontrollen des Produkts vom EUTR (Europäische Holzhandelsverordnung) durchführen zu lassen.

Deutschlands Grillfreunde verbrauchen jährlich 250 000 Tonnen Holzkohle und sind damit Spitzenreiter in Europa. Der Verkauf ist ein Milliarden Geschäft!
Fast keine Kohle stammt aus deutschen Wäldern. Polen, Paraguay, Nigeria und die Ukraine sind die Hauptlieferanten. Zum großen Teil handelt es sich dabei um illegale Abholzungen. Irreführend kann auch eine deutsche Adresse auf der Verpackung sein. Das heißt nicht, dass das Produkt aus deutschen Wäldern stammt, es kann auch bedeuten, dass hier nur in Säcken abgefüllt wurde.
Leider werden die Zertifizierungsfirmen von den Unternehmen bezahlt!
Will man trotz allem Holzkohle verwenden anstatt auf Gas oder Elektro umzusteigen, sollte man auf das Siegel FSC (Forest Stewardship Council) achten!


Kommentare

Sommer, Sonne und Grillen — 2 Kommentare

  1. hmmm gut zu wissen. Ich glaube, dass wir in Zukunft von Grillen Abstand halten werden. Mir bzw. uns ist es wichtig, dass wir einen positiven Beitrag für die Umwelt bringen. Wenn das wirklich so ist, wie du recherchiert hast, dann werde ich es auch meinen Kollegen weitersagen. Auch Leser dieser Seite appelliere ich nicht mehr grillen zu gehen. Wir Kunden haben die Entscheidungsmacht gewisse Aktivitäten bzw. Konsumgüter kaufen zu können. Wenn es der Umwelt schadet, sind wir gezwungen zu handeln und Abstand zu halten.

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  2. 250 000 Tonnen Holzkohle? Nur fürs Grillen? Das kann ich mir kaum vorstellen, das sind ja Unmengen von Kohle. Vielleicht überrascht es mich nur so, weil ich selber eigentlich immer Naturholz aus dem heimischen Wald verwende. Der Besitzer gibt das Holz öfter für relativ kleines Geld ab. Da kann ich mir wenigstens sicher sein, dass da nichts aus den Tropen stammt.

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