Gefangen: Tiere im Zoo

Ein Besuch im Tierpark ist für Kinder ein Highlight. Gerne sind auch die Großeltern dabei. Sie sind damit aufgewachsen, exotische Tiere im Zoo zu bewundern. Doch so mancher fängt an, dieses Konzept zu hinterfragen:

Wie geht es dem Eisbären bei unseren Temperaturen, wie einengend ist der Zaun für den Braunbären, die Giraffe oder den Bison, die es gewöhnt sind, täglich weite Strecken zurück zu legen?

Mit ihrem Bildband „Captive“ will Jo-Anne McArthur im Interesse der Tiere uns für diese Problematik sensibilisieren. Ihre Fotos sind ungewöhnlich. Sie zeigen die Tiere als Individuen, die einsam vor dem Zuschauer und der Vergitterung stehen.

Die öffentliche Diskussion um das Einsperren und zur Schau stellen von wilden Tieren wird von vielen Besuchern und immer mehr Zoo Managern sehr engagiert geführt. Da wir so viele Möglichkeiten haben, in Filmaufnahmen das Leben in der Wildnis zu sehen, erhebt sich die Frage, ob die Tierparks weiterhin so bleiben müssen, wie wir sie kennen.

Schon als Kind hatte Jo-Anne ein ungutes Gefühl beim Beobachten der gefangenen Tiere im Zoo. Sie fühlte sich schon immer auf deren Seite. Unterstützung kommt von den Tierschutz Verbänden, die die gleichen Besorgnisse haben.

Da sie viele Freunde hat, die in Tierparks arbeiten, kennt sie auch die andere Seite der Medaille. Viele Wärter und Betreuer sehen die Problematik. Es gibt viele Unfälle und Situationen, von denen die Öffentlichkeit nichts erfährt. Tiere die sterben oder die sich in Zäunen in der Nacht verfangen haben. Tierfamilien, die immer wieder auseinander gerissen werden um für Fortpflanzung zu sorgen.

Ein Argument der Zoo Betreiber ist, dass sie gefährdete Arten erhalten. Doch Jo-Anne möchte dafür Beweise. Ihrer Meinung nach gibt es keine Beispiele von Tieren, die erfolgreich in ihrer ursprünglichen Heimat integriert werden konnten.

Es gibt verschiedenen Zoos, die anfangen Veränderungen einzuführen zum Wohle der Tiere. Zum Beispiel, Elefanten zurück in ein wärmeres Klima zu bringen. Doch die Manager sorgen sich dann auch um ihre Einnahmen, wenn dieser Zuschauermagnet fehlt.Tiere im Zoo hinter Gittern

Wir gehen einige Stunden durch eine solche Anlage, genießen die schön gestalteten Wege und Rabatte, die Musik, die Spiel- und Essensangebote. Dann gehen wir nach Haus und haben mehr oder weniger unsere Freiheit.- Die Tiere bleiben wo sie sind. Sie haben keinen Ausweg. Sie langweilen sich, sind einsam und getrennt von ihren Familien. Darüber sollten wir nachdenken beim nächsten Besuch im Tierpark.


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