Die Perchten sind unterwegs in den Raunächten

Mit langen Hörnern und grässlichen Fratzen werden jetzt in Oberbayern und Schwaben in den Raunächten die Perchten gesichtet. Aufgabe der beängstigenden Gestalten, ist es, die bösen Geister zu vertreiben. In den Tagen um den Jahreswechsel ziehen junge Männer und Frauen ihre Kostüme an, treten bei Veranstaltungen auf, und stapfen auch mal über Christkindl Märkte. Behangen mit Ziegenfellen und die Gesichter versteckt hinter fantasievollen Masken, erschrecken sie alle Leute und hoffentlich auch die bösen Geister!
Eigentlich ist dieser Brauch nur noch in den österreichischen Bergen und im Bayerischen Wald bekannt. Aber eine Gruppe von jungen Leuten belebt diese Tradition jetzt auch in Schwaben und Oberbayern von Neuem.
Im Mittelalter fürchteten die Menschen die langen dunklen Nächte.Sie glaubten, dass der Teufel und die bösen Geister unterwegs seien. Um diese zu verjagen, versuchten sie, sie mit hässlichen Masken zu vertreiben. Die Aufklärung ließ diesen Brauch in Vergessenheit geraten.
Die letzten sechs Tage des alten Jahres und die ersten sechs Tage des neuen Jahres sind die Raunächte. Höhe- und Schlusspunkt ist der 6. Januar. Der Bezirksheimatpfleger Fassle wundert sich nicht, dass in seiner Region mehr Bürger als Perchten aktiv werden.“Die Menschen besinnen sich überall auf alte Traditionen. Mit festen Bräuchen wird das Jahr strukturiert und übersichtlicher.“ meint er. Vielleicht ist es aber auch eine Reaktion auf die fortschreitende Globalisierung?
Bei den Auftritten der Perchten wird nicht gesprochen, aber Eisenketten und Schellen machen heftigen Lärm und Fackeln erleuchten das Geschehen. Die Darsteller rücken dicht heran an die Zuschauer, ja, bedrängen sie zum Teil! Dann versammeln sie sich um ein Feuer zu einem wilden Tanz.
In der Amper Region besteht seit 4 Jahren ein Verein mit 28 Mitgliedern. Die Masken der Akteure werden in Berchtesgaden geschnitzt. Sie lassen nur einen kleinen Sehschlitz frei. Unter den umgehängten Fellen gerät man leicht ins Schwitzen! Aber das nimmt man gerne in Kauf. -Die Teilnehmer möchten mit ihrem Tun die Verbindung zur Natur wieder herstellen, denn die Raunächte symbolisieren das Wiedererwachen der Natur, so sagen sie.


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