Meine Weihnachtsgans und die Vogelgrippe

Seit Monaten schaue ich meiner Weihnachtsgans zu, wie sie vergnügt schnatternd mit ihren Artgenossinnen auf der Wiese herumläuft. Und nun das: sie muss im Stall bleiben wegen der Vogelgrippe! Da ist es eng und ziemlich dunkel und es gibt sicher auch Streit mit den anderen Leidensgenossinnen!
Ich rufe im Bauernhof an. Ja, sagt die Bäuerin, das ist nicht schön für die Tiere, die ihren Freilauf gewöhnt sind. Ich frage, ob frühzeitig geschlachtet wird? Das wäre sicher die bessere Lösung für die Gänse, meint die Bäuerin.
Also hole ich meine Weihnachtsgans schon am 25. November ab. Sie wiegt 7 kg – wir sind eine große Familie mit guten Essern. Mit etwas Mühe bringe ich die Gans im Gefrierschrank unter. Das Fett wird mit Zwiebeln und Äpfeln zu Aufstrich verarbeitet und kann schon vor dem Fest verzehrt werden. Hals, Magen und Herz geben eine gute Brühe und mit der Leber wird eine Pastete gemacht. Auf diese Weise gibt es vor Weihnachten weniger Stress bei den Vorbereitungen, wenn man es positiv sehen will.
Doch für die Geflügelzüchter droht jedes Jahr die Gefahr der Vogelgrippe. Die Zugvögel, vor allem die Wasservögel, die aus dem Norden kommen, werden als Träger der Krankheit vermutet. Für den Menschen besteht keine Gefahr der Ansteckung. Jedoch sollte man engen Kontakt zu Geflügel meiden, und vor allem keine toten Vögel berühren. Nach wie vor gilt besondere Sorgfalt bei Zubereitung und dem Kochen von Geflügel. Es ist ausgiebig zu waschen und muss gründlich erhitzt werden.
Die Landratsämter weisen die Geflügelhalter auf die Vorschriften hin: Die Tiere müssen in den Stall oder in einen Auslauf, der nach oben abgedeckt ist, und Wildvögeln keinen Zugang bietet. Besondere Vorsicht ist beim Füttern geboten, Wildvögel sollen es nicht erreichen können. Pro Werktag muss eine Bestandsliste geführt werden, aus der die Anzahl der Tiere ersichtlich ist. Tote Tiere müssen sofort dem Veterinärsamt gemeldet werden. Geflügelbörsen und Märkte sind verboten.
Das alles ist ein zusätzlicher Aufwand für die Geflügelhalter, über den sie nicht glücklich sind!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.