Sorgen um Europa

Ein Politiker, der immer wieder Position bezieht, obwohl er schon lange nicht mehr im Amt ist, ist der frühere Außenminister Joschka Fischer: Um Europa macht er sich Sorgen! Seiner Ansicht nach ist es nicht die EU die die Blockadepolitik betreibt, sondern die Mitgliedstaaten. Das sieht man am Besten bei der Flüchtlingspolitik.
Für Fischer ist Europa eine Idee, geboren aus den Trümmern zweier Weltkriege, einer fast gelungenen Selbstzerstörung. Darum entstand die Idee Europas! Nach wie vor ist sie lebendig und die einzig positive Antwort!
Bei dem Treffen in Bratislava schienen sich die Teilnehmer wohl der Tragweite der Situation bewusst zu sein, aber es fehlte ihnen an Mut, das zu tun, was jetzt notwendig ist. Zumindest haben sie sich bei den Entscheidungen zur inneren und äußeren Sicherheit angenähert. Sie alle bemühten sich um Harmonie. Aber das wirkliche Problem, die Flüchtlingsfrage wurde nicht angesprochen.
Jean-Claude Juncker käme die Aufgabe zu, mit Elan die säumigen Entscheider wach zu rütteln. Er stellt fest: „Europa durchlebt eine Krise, ist aber nicht in seinem Bestand gefährdet. Leider sprechen die Mitgliedsstaaten zu oft über ihre eigenen nationalstaatlichen Bereiche!“ Darum fordert er seine Kommissare auf, in den verschiedenen Ländern immer wieder über die wirtschaftlichen Erfolge der EU zu sprechen. Und er fordert jeden einzelnen der in Bratislava teilnehmenden 27 Politikern auf, sich 3 Gründe zu überlegen, warum wir Europa brauchen.
Der Vorwurf von J.Fischer lautet: „Man hat in den letzten Jahren akzeptiert, dass über dieses Europa geschimpft wurde, und dass sich die nationalen Regierungen aus der Verantwortung gestohlen haben. Das muss anders werden! Für die Umsetzung der Idee Europa muss man Durchhaltevermögen haben. Das ist kein Sprint, das ist ein Ultramarathon“!


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