Der Putschversuch in der Türkei und seine Folgen

-Der türkische Halbmond flatterte in vielen deutschen Städten auf Straßen und Plätzen. Die Träger freuten sich, dass der Militärputsch gegen die Regierung Erdogans misslungen war.
In Deutschland leben viele Türken, 60% von ihnen stammen aus Anatolien. Bei dieser Gruppe hat Erdogan viele treue Wähler. Für sie sind seine Worte immer richtig. Und jetzt hetzt er die Bevölkerung in der Türkei dazu auf, die Todesstrafe für die Putschisten zu fordern.
Dazu ist eine Verfassungsänderung nötig für die er im Parlament eine zweidrittel Mehrheit braucht. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass das gelingen könnte. Darum strebt Erdogan jetzt ein Referendum an, und will die Volksmeinung sprechen lassen.
Auf dem Taksim Platz in Istanbul versammeln sich schon die Massen und schreien lauthals nach der Todesstrafe für die Putschisten.
Die Zahl der wegen des Putsches Inhaftierten steigt täglich. Man wird den Verdacht nicht los, dass Erdogan selbst das Ganze inszeniert hat, um anschließend alle, die gegen ihn sind, beseitigen zu können. Unter den Betroffenen sind viele Richter, Journalisten und Lehrkräfte.Die letzte bekannte Zahl lautete 13000 Menschen. „Warum sollen wir die Putschisten auf Jahre hinaus im Gefängnis halten und füttern“ fragt er. Die Todesstrafe wäre aus seiner Sicht doch eine bessere Lösung!
Nur, die Türkei hat die Menschenrechtskonvention unterzeichnet, womit Todesstrafen ausgeschlossen sind!
Auch würden sie die Möglichkeit, Mitglied der EU zu werden verwirken. Kerry, der Außenminister der USA hat sogar mit dem Ausschluss der Türkei aus der NATO gedroht.
Keine gute Figur bei dem ganzen Dilemma macht unsere Bundeskanzlerin. Von ihr würde man eine klare Stellungnahme erwarten. Doch sie ist konfliktscheu und hält sich wie immer auch in dieser Situation zurück.


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