Das Hochwasserproblem

Die Schäden durch die schweren Unwetter machen den Betroffenen große Sorgen und viel Arbeit. Die Häuser müssen vom Schlamm gereinigt, beschädigtes Mobilar entsorgt und Schadensmeldungen an die Versicherungen geschickt werden. In Rottal-Inn waren nicht nur die Wohnhäuser betroffen, auch Autos, Strassen und Brücken wurden zerstört. Leider haben nicht alle Geschädigten eine Versicherung. Die Politiker überlegen, ob es sinnvoll ist, eine solche vorzuschreiben. Das Gegenargument ist: wenn jeder versichert ist, wird nur noch wenig für den Hochwasserschutz getan.
Hochwasserschutz ist ein sehr umfangreiches und komplexes Thema: Höhere Deiche, Flutgräben, Regenrückhaltebecken und eine aufwendige Kanalisation.
Inzwischen gibt es aber lauter werdende Stimmen, die der Bau- und Gewerbeindustrie sowie der Landwirtschaft eine Mitschuld an den Problemen geben. In manchen Gemeinden ist die Kanalisation total durch Erdreich, dass von den Äckern angeschwemmt wurde, verstopft. – Die Wiesen, die in früheren Jahren die Flüsse und Bachläufe begleiteten, sind in den letzten Jahrzehnten verschwunden. Maisfelder mit verdichteten Böden, die kaum Wasser aufnehmen können, sind entstanden. Auch die mit Folien abgedeckten Spargelfelder nehmen keinen Regen auf, im Gegenteil, in den Furchen kann es wunderbar Richtung Strasse und Kanalisation fließen und nimmt dabei wertvollen Mutterboden mit. Dazu kommt, dass viele Baugebiete in Hochwasser gefährdeten Bereichen genehmigt wurden. Die Versiegelung der Böden durch überdimensionierte Gewerbegebiete tut ihr übriges.
Aus diesen Tatsachen sollte man Lehren ziehen. Aber wer ist dazu bereit?
Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks mahnt den Klimaschutz an. Die vielen heftigen Unwetter sind ein Beweis für die Klimaerwärmung; sie folgert: „Der Klimaschutz kostet viel Geld, aber wenn wir nichts tun, wird es in Zukunft noch sehr viel mehr kosten!“


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