Das Dilemma der Milchbauern

Lange Zeit hat der Staat mit Steuermitteln den Bau neuer Ställe gefördert. Das führte zu einer Überproduktion an Milch. Zurzeit bekommen die Bauern nur noch 20 Cent für einen Liter Milch. Um ihre Kosten decken zu können, müssten sie aber 40 Cent bekommen, so der Bundesverband Deutscher Milchbauern. (BDM)
Der Einzelhandel nutzt die Situation der Bauern aus und wirft Milch billig auf den Markt. Existenzgefährdend ist das vor allem für die Kleinbauern. Sie machen keinen Gewinn mehr und viele werden in Zukunft aufgeben müssen. Somit wird die bayerische Landschaft noch mehr von Mais- Raps- und Getreidefeldern geprägt sein. Die frei werdenden Äcker der Kleinbauern werden von großen Agrarbetrieben übernommen. Eine Umgestaltung der Landschaft, wie sie schon im Gange ist, wird noch intensiviert werden.
Aus Sicht des BDM ist eine Mengensteuerung notwendig. Wird weniger Milch angeboten, werden bessere Preise an die Bauern gezahlt.
Bei dem Milchgipfel der Bundesregierung versprach man finanzielle Hilfen bei der Schuldentilgung, der Unfallversicherung und als Steuerentlastung. Das betrachten die Bauern als wenig hilfreich. In Bayern fehlten jeden Monat 100 Mill. Euro um kostendeckend zu arbeiten.
In vielen Leserbriefen wird die heutige Entwicklung in der Landwirtschaft negativ bewertet. Vor allem, dass Kühe mit Hilfe von Kraftfutter und Antibiotika auf Höchstleistung getrimmt werden, kritisieren Verbraucher. So werden Milchmengen produziert, die wir eigentlich nicht brauchen.
Die Großbetriebe schädigen die Umwelt mit der in großen Mengen anfallenden Gülle. Der Preis dafür sind überdingte Böden und Nitrat im Trinkwasser.
Viele Verbraucher wünschen sich die Rückkehr zu bäuerlichen Kleinbetrieben.


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