Wie fair ist der „Faire Handel“?

Verantwortungsbewusste Verbraucher kaufen so oft wie möglich Konsumgüter aus dem „Fairen Handel“ oder mit der Kennzeichnung „Bio“. Wie sehr kann man sich darauf verlassen, dass diese Zeichen garantieren, was sie aussagen?
Die Ansprüche des „Fairen Handels“ waren anfänglich wesentlich höher und wurden in letzter Zeit zurückgeschraubt. Bei Gebäck müssen zum Beispiel nur noch 20 Prozent fair erzeugte Rohstoffe enthalten, die ursprüngliche Vorschrift war 80 Prozent! Dadurch wird mehr Ware zu niedrigen Preisen auf den Markt geworfen. Der Handel will vor allem, dass Verbraucher ständig einkaufen und lockt mit Billigware. Dabei nimmt die Qualität der Produkte aber ständig ab und auch die Qualität der Arbeitsplätze wird immer schlechter.
Häufig werden überschüssige Bioprodukte beim Discounter billig verschleudert. Damit machen sich Bio Marken die Wertigkeit ihrer Produkte kaputt. Denn der Verbraucher fragt sich, warum er woanders dafür mehr zahlen soll. Überschüsse bei Milch oder Joghurt werden verschleudert, denn die Discounter wollen das Biosiegel nicht bezahlen.
Sina Trinkwalder, eine schwäbische Unternehmerin, hat sich mit diesem Thema auseinander gesetzt. Sie ist eine erfolgreiche Produzentin. In ihrem Betrieb werden Textilien aus ökologisch einwandfreiem Material von Mitarbeiter/innen aus vielen verschiedenen Nationen unter sozialen Bedingungen hergestellt.
Ihr jetzt veröffentlichtes Buch trägt den provokanten Titel „Fairarscht“. Sie bezeichnet sich als Wirtschafts Aktivistin und hält der Gesellschaft den Spiegel vor: „Wir brauchen ein anderes Wirtschaftssystem“ argumentiert sie, „sonst fliegt uns bald alles um die Ohren. Wir befinden uns im Endstadium eines Raubtier-Kapitalismus, der nicht mehr lange funktionieren wird.“


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