Ein Vulkanausbruch vor 200 Jahren verursachte eine weltweite Hungersnot

Eine Klimakatastrophe, die eine weltweite Hungersnot auslöste passierte 1816: In Indonesien war der Vulkan Tambora ausgebrochen. Wie vor einigen Jahren beim Ausbruch des Mount Helen in den USA wurde die ganze Bergspitze weggesprengt. Tonnen von Asche und Staub wurden kilometerweit in die Atmosphäre geschleudert. Der gesamte Erdball wurde von einem dichten Schleier umgeben und das Weltklima kühlte ab. Es gab Missernten, Hungersnöte und Wirtschaftskrisen.
Viele Menschen glaubten an eine Strafe Gottes. Erst wenige Jahre vorher waren durch die Säkularisation Klöster und Kirchengüter aufgelöst worden und das Wallfahren war verboten.
Etliche bayerische Gemeinden erzwangen beim König einen Bittgang zu altbekannten heiligen Stätten. Ein Beweisstück dafür fand sich bei der Wallfahrtskirche in Inchenhofen, Landkreis Aichach/Friedberg: Auf einer alten Flugschar war mit weißer Farbe „Marct Altominster,Anno 1816“ aufgemalt, eine Votivgabe an den Heiligen St. Leonhard; die durch die Säkularisation unterdrückte Volksfrömmigkeit blühte wieder auf.
Die Not war überall groß, denn nur wenige Jahre vorher hatte das französische Heer alle Vorräte vor allem in Bayern aufgebraucht! Besonders bekannt ist uns die Hungersnot in Irland, wo die Kartoffelernte ausfiel. Viele Iren machten sich auf den Weg nach Amerika. Von Deutschland aus ging eine Auswanderungsbewegung nach Südrußland, Bessarabien, die 1817 ihren Höhepunkt erlebte.
Erst hundert Jahre nach diesem Ereignis konnte der amerikanische Wissenschaftler W.J. Humphreys die Zusammenhänge wissenschaftlich erklären.


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