Der Wald im Stress

Der Wald im Stress
In Bayern gibt es 5 Mill. Bäume. Davon sind 58% in Privatbesitz, 30% gehören dem Staat und 10% den Kommunen. Nur 2% sind im Besitz des Bundes, in erster Linie Übungsgelände für die Bundeswehr.
Die Hälfte aller Bäume sind Fichten. Und die haben zur Zeit große Probleme, denn sie sind Flachwurzler und fallen daher in großer Anzahl den Stürmen zum Opfer. In den letzten Jahrzehnten haben wir immer wieder heftige Stürme, sogar Tornados erleben müssen, eine Begleiterscheinung des Klimawandels.
Für die Waldbauern ergeben sich daraus sehr große Schwierigkeiten. Vom Sturm geschwächte Bäume, deren Feinwurzeln durch die heftigen Windstöße abreißen, werden nicht mehr ausreichend mit Wasser und Mineralstoffen versorgt. Sie sind ein gefundenes Fressen für Borkenkäfer. Zwei Sorten dieser Insekten befallen die Fichten: Der „Buchdrucker“ geht unter die Rinde, legt dort seine Eier ab und die schlüpfenden Maden legen Fraßgänge an, die die Nährstoffzufuhr für den Baum zum Erliegen bringen. Der „Kupferstecher“ hält sich an die Äste mit den grünen Nadeln in der Krone. Diese werden braun und fallen ab. Da die Nadeln die Nahrung für den Baum ziehen , fängt er an ab zu sterben.
Als Gegenwehr gibt es nur die Möglichkeit, die befallenen Bäume zu fällen und zu entfernen. Das Holz muss entrindet und mindestens 500 Meter außerhalb des Waldes gelagert werden. Das bedeutet viele Arbeitsstunden für die Waldbauern!
Es zeigt sich, dass sich die Fichte nur schlecht an den Klimawandel anpassen kann. Die lange Trockenperiode dieses Sommers hat ihr sehr zugesetzt. Darum wird von der bayerischen Forstverwaltung die Anpflanzung von Laubbäumen, Douglasien und Eiben mit Subventionen besonders gefördert. Ein Mischwald, so wird argumentiert, ist widerstandsfähiger. Durch die unterschiedliche Wurzeltiefe kann er Stürmen und Trockenperioden besser standhalten.
Auch können im Mischwald viele unterschiedliche Arten von Tieren gedeihen. Ein großer Helfer bei der Regenerierung des Waldes ist der wenig beachtete Regenwurm. Er ist die wichtigste Tierart des Waldes. Er treibt viele Gänge in den Boden, lockert ihn auf, damit das Regenwasser besser eindringen kann, und düngt ihn mit seinen Ausscheidungen.


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