Wer Straßen baut, sät Verkehr

Sei Jahrzehnten bestimmt das Auto vieles auf unserem Globus:Straßenbau, Automobilbau mit allen Zulieferern, Ölförderung (in den USA neuerdings Fräcking), Aktienkurse usw.
Erst langsam wird es einigen Menschen bewusst, dass es so nicht weiter gehen kann. Wir verbrauchen zu viel wertvollen Boden, verschmutzen die Luft und stehen vor dem Ende des Ölzeitalters! Trotzdem werden Deutschlands Siedlungen und Straßen autogerecht geplant nach den Prinzipien der 60ziger Jahre.
Weit voraus ist uns Holland; hier legen die Bürgerinnen und Bürger 26% ihrer Wege mit dem Fahrrad zurück.(Aber das ist auch leicht, wenn alle Straßen links und rechts einen leuchtend rot markierten Radweg haben!) – Oder die Weltfahrradstadt Kopenhagen: sie ist auf Platz eins der lebenswertesten Städte! Als Gradmesser für die Lebensqualität einer Stadt gilt, wie viele Kinder und alte Leute auf Straßen und Plätzen unterwegs sind , so der Stararchitekt Jan Gehl. Für ihn muss eine Stadt im Tempo der Fußgänger ticken, nicht im Tempo der Autos.
Ob wir viel Auto fahren müssen, hängt davon ab wo wir uns entschieden haben zu wohnen. Die Trennung von Wohnort und Arbeitsplatz verursacht viele Autokilometer!. Niedrige Quadratmeter Preise im Umland werden dann von hohen Fahrtkosten aufgefressen und schaden der Umwelt.
Erste Anzeichen eines Wandels kann man in Berlin und Baden-Württemberg beobachten: Hier wird die Anzahl der privaten Parkplätze limitiert und den Hausbesitzern vorgeschrieben, überdachte Stellplätze für Fahrräder in der Nähe der Hauseingänge zu schaffen. Fahrradfreundliche Wohnanlagen und sichere Radwege können einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des schädlichen CO2 leisten und ein gutes öffentliches Nahverkehrssystem trägt dazu bei, dass immer öfter Autos stehen bleiben oder – man sogar ganz auf sie verzichtet!


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