Studenten und die Demokratie

Studenten und PolitikLaut einer Erhebung des Bundes Presse Amtes ist es 73 Prozent der Studierenden wichtig, sich selbst Wünsche zu erfüllen. 1995 lag dieser Wert noch bei 31 Prozent. Das Interesse an Politik ist seither auf 45 Prozent gesunken.

Allgemein wird darüber geklagt, dass die Studenten mit Scheuklappen durchs Studium brausen, um möglichst schnell im Berufsleben Fuß zu fassen und Geld zu verdienen. Das Interesse an Politik hat enorm nachgelassen und das Wissen über geschichtliche Ereignisse in der deutschen Vergangenheit ist mangelhaft. Ein Grund hierfür ist auch die Tatsache, dass in den wenigsten Elternhäusern die deutsche Geschichte ein Diskussionsthema ist.
Auch die Bologna Reform hat ihre Spuren hinterlassen: Der Lehrplan ist vollgestopft und es fehlt die Zeit sich neben dem Studium z.B. für studentische Organisationen zu engagieren. Ein Vorschlag der AStA ist deshalb,für das Übernehmen von Gemeinschafts-Aufgaben ein Semester gut zu schreiben, wie es in anderen Bundesländern üblich ist. Wenn Studenten dann ein Semester länger brauchen, wären sie trotzdem noch in der Regelstudienzeit.

Die Folgen des mangelnden Engagements der Studenten sind für die Gesellschaft insgesamt bedenklich. Früher gingen Veränderungen häufig von den Universitäten aus. Darauf kann man heute lange warten! Der eigene Wohlstand dominiert das Handeln. Die vom System vorgegebenen Trampelpfade in Richtung Abschluss verlassen nur wenige. Sie sehen meistens auch gar keine Notwendigkeit dafür. Sie sind in einer Zeit nach dem Kalten Krieg aufgewachsen; also in einer Phase als es nicht mehr darum ging, welches politische System besser ist. Ihre Zeit war vom Konsum der Waren geprägt und ist es bis heute.
Aber kann man mit dieser Einstellung eine funktionierende Demokratie aufrecht erhalten?


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