Sarrazin bei Beckmann, eine laue Nummer

Sarrazin bei Beckmann, eine laue Nummer

Habt Ihr gestern die Sendung gesehen?

Ich habe gedacht, da sitzt Alfred das Ekel oder Loriot in der Maske und es kann sich nur um einen Slapstick handeln. Da wird (stotternd) mit Statistiken um sich geschmissen, und der Moderator Beckmann ließ von vorne herein leider niemanden ausreden, d.h., dass keine Antwort ge- und erhört wurde und im Sande verlaufen ist. Was war das denn? Wenn man das gestern Abend nicht gesehen hätte, hätte sich nichts, aber auch gar nichts geändert. Ich war sauer, dass ich deswegen viel zu spät ins Bett gekommen bin. Keiner in der Gesprächsrunde hat sich offensichtlich getraut, gegen einen vollkommen deplaziert wirkenden Sarrazin mit härteren Worten anzugehen. Mir kam es vor, als würde dieser gerade mal müde belächelt. Dass er mit seinem Buch, dass seit der ersten Minute des Erscheinens in Deutschland ausverkauft war und ist, bereits mehrere hunderttausend Euro „gemacht“ hat, scheint ein Beweggrund für Herrn Thilo Sarrazin zu sein, sich derart peinlich und unvorbereitet dieser Gesprächsrunde zu stellen, frei nach dem Motto: „Redet Ihr nur, hauptsache für mich und meinen Geldbeutel lohnt es sich“ (und das tut es in der Tat!). Ob er das überhaupt darf als Vorstand der Bundesbank, so viel hinzu zu verdienen, weiß ich nicht. Vielleicht pflegt er ein zu teures Hobby?

Wie gefährlich die Thesen in seinem Buch in diesem eh verängstigten und mutlosen Deutschland sind, kommt in keiner Sekunde der Sendung auf’s Tablett. Wie schade. Wieso öffnet man den verirrten Lesern nicht die Augen und zeigt ihnen auf, was für ein Riesenscheiß Herr Sarrazin da angeblich hoch wissenschaftlich recherchiert haben will? Solch ängstliche Zeiten wurden schon einmal dazu genutzt, den Menschen mittels rassistischen Glaubensbekenntnissen manipulierend die Köpfe zu waschen.

Gerade mal die zugeschaltete (iranische) Sozialwissenschaftlerin Naika Foroutan, die es nicht fassen konnte, wie Sarrazin die Zahlen und die Trends ignoriert, hatte den Mumm, ihn direkt anzugreifen. Eine höfliche langweilige Sendung, die ihrem Zweck nicht im Entferntesten gedient hat, nämlich Aufklärung und (hoffentlich) Distanzierung.

Ganz bezeichnend war, dass es Herr Sarrazin nicht einmal für nötig gehalten hat, sich den richtigen Namen der niedersächsischen Ministerin, Frau Aygul Özkan, zu merken. Irgendwas mit Ö oder mit Ü halt, oder? Die heißen doch alle gleich, die Türken, oder?

Die SPD hatte die Berufung Sarrazins in den Vorstand der Bundesbank vorangetrieben, jetzt muss sie sehen, wie sie die Suppe auslöffelt, denn der Präsident der Bundesbank, Axel Weber, hatte im vergangenen Jahr gegen die von der SPD betriebene Berufung Sarrazins vergeblich opponiert.

Deutschland, schafft ihn ab!

Kommentare

Sarrazin bei Beckmann, eine laue Nummer — 1 Kommentar

  1. Und wie das schon zu vermuten war, Sarrazin ist noch bei der Bundesbank in Amt und Würden. Was hat die Merkel denn alles vom Stapel gelassen. Heisse Luft und nichts als heisse Luft. Meine These ist und bleibt, dass Sarrazin Vorstand bei der Bundesbank bleibt und in ein paar Wochen kein Hahn mehr nach seinem Buch kräht. Natülich werden die Verkaufszahlen seines Buches steigen (ob das die Kritiker wollten?).

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